1972 wurde die Kindertagesstätte San Mateo als diakonische Einrichtung der Evangelisch-lutherischen Gemeinde Deutscher Sprache San Mateo in Bogota gegründet. Sie richtet ihre Arbeit an den Bedürfnissen der Familien aus, die sich in den an das Gemeindegelände anschließenden alten Steinbrüchen – zunächst illegal – angesiedelt hatten.
Ein kleines Holzhäuschen war der Anfang mit 25 Kindern. Das Projekt wurde „Brot für die Welt“ vorgestellt, als förderungswürdig befunden und somit erhielt San Mateo die Gelder für feste Gebäude.
220 Kinder zwischen 2 ½ und 5 Jahren werden täglich von 7:00 bis 17:00 Uhr von ausgebildeten Erzieherinnen und Hilfskräften betreut und verpflegt.
Gegen einen geringen Unkostenbeitrag werden die Kinder von der Ärztin untersucht und behandelt. Bei der Zahnärztin wird Prophylaxe groß geschrieben, aber auch Kaputtes repariert. Sogar eine Logopädin gibt es in San Mateo, damit auch in sprachlicher Seite den Kindern in Zukunft nichts im Wege steht.
Ein Schwerpunkt ist nicht nur die liebevolle Betreuung der Kinder, sondern auch die Elternarbeit. Mit Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen, verantwortliche Familienplanung, Verantwortung für Kinder, Umweltbewusstsein etc. werden Elternversammlungen veranstaltet. Mit den Jahren kommen immer mehr Eltern zu den Versammlungen, die um 7 Uhr, vor der Arbeit stattfinden. Sie interessieren sich mehr und mehr für die Kinder: auch eine Bewusstseinsbildung, die die Kindertagesstätte mit den Jahren erreicht hat.
Außerdem besteht in der Tagesstätte ein Projekt der Hausaufgabenbetreuung für derzeit 84 Kinder, die schon die staatliche Grundschule besuchen. Dank einer Sonderspende aus Deutschland konnte dafür ein Anbau mit entsprechenden Räumen erstellt werden. Eigens dafür engagierte Lehrerinnen helfen bei den Aufgaben und beschäftigen diese Kinder mit Spielen, um die Freizeit positiv zu gestalten und zu vermeiden, dass „Straßenkinder“ aus ihnen werden. Neu ist auch die Möglichkeit, dass Kinder ihr Mittagessen in San Mateo bekommen, wenn sie zu Hause niemanden haben, der sich um sie kümmert.
Die Kindertagesstätte der Asociacion San Mateo finanziert sich zum größten Teil aus freiwilligen Spenden, die fast ausschließlich aus Deutschland kommen. Die kolumbianische Regierung gewährt eine Beihilfe von knapp 20% unserer Kosten. Elternbeiträge kommen in Anbetracht der misslichen Lage im Land nur sehr schleppend herein und betragen bestenfalls 9%.
Neben der Kindertagesstätte wurde vor 25 Jahren ein „Fondo Comunitario“ gegründet. Vom Lutherischen Weltbund erhielten wir hierfür eine Spende. Ein Kleinkredit zu niedrigen Zinsen soll allen Stadtteilbewohnern, die mindestens 3 Jahre in der Nachbarschaft des Gemeindezentrums von San Mateo, wohnen, helfen, ihre Wohnverhältnisse zu verbessern, die Ausbildung der Kinder oder Krankheitskosten zu finanzieren. Diese kleine „Bank“ hat vielen Menschen in Notsituationen geholfen. Die Stadtviertel haben auch durch den „Fondo“ ein neues Gesicht bekommen: Die Hütten aus Pappe und Abfallmaterial von damals sind zum größten Teil verschwunden, und Stein- und Ziegelhäuser stehen heute an ihrer Stelle.
Die Asociación San Mateo wird von einem 7-köpfigen Vorstand geleitet, an dessen Spitze Susanne Piwek steht, die Verwaltungsleiterin heisst Ruth Saenz, die pädagogische Leiterin Rocío Castellanos |